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Heilpraktiker – das sind doch die mit den Kügelchen, oder?

November 19, 2018

 

Wie du vielleicht mitbekommen hast, habe ich im Oktober meine Heilpraxis für Psychosomatik und Persönlichkeitsentwicklung in Essen eröffnet. Doch nicht erst jetzt wundere ich mich wirklich oft darüber, wie viele verwirrende Informationen über den Beruf ‚Heilpraktiker’ zu finden sind.  Online und Offline. Mit diesem Artikel möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen und dir grob darstellen, was ein Heilpraktiker macht und konkreter erzählen, was ich mache.

 

In diesem erhältst du einen Überblick darüber:

 

  • Wie die Heilpraktiker-Ausbildung aussieht

  • Welche Rechte und Pflichten ein Heilpraktiker hat

  • Wie meiner Meinung nach ein Heilpraktiker ausgerichtet sein soll

  • Welche Therapieansätze Heilpraktiker haben können und welche ich habe

  • Warum ein Heilpraktiker nur gut ist, wenn er seine Berufung lebt

 

Was lernt ein Heilpraktiker in der Ausbildung?

 

Puh, ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich die Ausbildung schon fast zwei Jahre lang hinter mir habe. Zumindest den schulmedizinischen Teil – ja du hast richtig gelesen: den schulmedizischen! Denn was wenig bekannt ist, ist dass die Basis-Ausbildung zum Heilpraktiker absolut gar nichts mit Naturheilkunde oder ganzheitlicher Gesundheit zu tun hat. Durchschnittlich drei bis dreieinhalb Jahre lang heißt es ‚büffeln’: Anatomie (Aufbau des Körpers), Physiologie (Funktion des Körpers) und Pathologie (Erkrankungslehre) - und das nach den aktuellen wissenschaftlichen und schulmedizinischen Standards.

 

Es werden also nicht nur Aufbau und Funktion von Organen, dem Muskel-& Skelettsystem und der Psyche vermittelt, sondern auch Krankheitslehre bis zum Abwinken. Besonders auf den letzteren Teil wird viel wert gelegt – inklusive Anamnese und Diagnosestellung, körperlicher Untersuchung und der Auswertung von Laborwerten. In der Schule, in der ich meine Ausbildung gemacht habe, wurde uns zusätzlich sehr deutlich vermittelt, wo die Grenzen der Behandlung liegen, wann auf jeden Fall eine Überweisung an den Arzt zur weiteren Diagnose nötig ist und wann eine Behandlung definitiv ausgeschlossen ist. Das ist beispielsweise bei einer langen Reihe von Infektionskrankheiten und bei Hinweisen auf bösartige Erkrankungen so. 

 

70-80 Prozent aller Prüflinge fallen durch

 

Tatsächlich! Und das liegt sicherlich auch daran, dass die Ausbildung und die Prüfung vor dem Gesundheitsamt unterschätzt wird. Es gibt eine schriftliche Prüfung, die Fragen zu Körper und Krankheit, Infektionsschutzgesetz - & Infektionskrankheiten, Hygiene, Erste Hilfe, Laborwerte, Blutabnahme, Gesetzeskunde, Anamnese und Diagnose abdeckt. Darauf folgt eine mündliche Prüfung, die vom Amtsarzt des Gesundheitsamtes geführt wird. Hier werden Fälle besprochen, eine Anamnese, Diagnose und körperliche Untersuchung verlangt, Differenzialdiagnose abgefragt und es werden Fragen rund um alle möglichen medizinischen Themen gestellt. Die Prüfung ist mittlerweile deutschlandweit standardisiert. 

 

 

Ca. ein glückliches Drittel darf anschießend offiziell praktizieren

 

Und das bedeutet: Mit allen Rechten und Pflichten eines Heilpraktikers. Die Praxis muss offiziell angemeldet werden, wird vom Gesundheitsamt begutachtet. Es gibt ganz klare Hygienebestimmungen und klare Regeln, was ein Heilpraktiker darf und was nicht. Zum Beispiel ist alles verboten, was mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu tun hat.

 

Außerdem schließt die sogenannte Sorgfaltspflicht die Behandlung von allen Krankheiten aus, derer ein Heilpraktiker mit den naturheilkundlichen Mitteln nicht gewachsen ist. Krebs ausschließlich naturheilkundlich zu behandeln passt da zum Beispiel nicht rein und wenn dies in Einzelfällen geschehen ist (vielleicht fällt dir da ein Fall ein, der vorletztes Jahr in der Presse sehr präsent war) so ist das echt vorbei an jeglicher Berufsethik.  

 

Total okay und die Aufgabe eines Heilpraktikers ist es hingegen, Menschen zusätzlich zur Schulmedizin zu behandeln und zu begleiten und dort anzusetzen, wo die schulmedizinischen Methoden gut ergänzt werden können. Das ist beispielsweise so, wenn Menschen als 'austherapiert' gelten, wenn sie mit den Worten 'das ist doch alles nur psychosomatisch' aus der Arztpraxis entlassen werden oder wenn sie zu dem Schluss kommen, ihre Gesundheit eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Zudem kann ein Heilpraktiker sich beispielsweise viel mehr Zeit für eine Anamnese und die Behandlung nehmen. Ich habe beispielsweise den Luxus, die schmerzenden Rücken meiner Patienten bis zu eine Stunde lang behandeln zu können - neben möglicher Beratung und Ursachenforschung. Meines Erachtens nach soll es immer der Sinn sein, gemeinsam die Ursache für die Erkrankung zu finden und daran zu arbeiten, statt nur die Symptome zu behandeln.

 

Was ist das nun mit den Kügelchen?

 

Die Kügelchen, oder homöopathische Mittel alias Globuli, sind eine sehr bekannte Methode, mit der Heilpraktiker (aber auch naturheilkundlich ausgerichtete Ärzte) Menschen unterstützen können. Aber, nicht jeder Heilpraktiker macht Homöopathie (ich auch nur am Rande). Es gibt unfassbar viele Ansätze: Von Aromatherapie, Osteopathie/manuellen Therapien/ Chiropraktik, Massage, Homöopathie, Arbeit mit Kräutern, nach der traditionellen chinesischen Medizin, Akupunktur, Ayurveda, energetische Methoden, Ernährungsmedizin, Coaching/Psychotherapie, bis hin zu Injektionstechniken und der Faltenunterspritzung mit Hyaloronsäure, um einige zu nennen.

 

Jeder Heilpraktiker stellt sich seine Behandlungsansätze selbst zusammen – je nach eigenen Erfahrungen, innerer Ausrichtung und Interesse. Die Therapieansätze muss der Heilpraktiker zusätzlich erlernen (theoretisch und praktisch) und am besten auch Erfahrungen am eigenen Körper machen.

 

Zum Beispiel würde ich nie eine Methode anbieten mit der ich selbst keine eigenen Erfahrungen an meinem Körper gemacht habe. Schon während der Grundausbildung habe ich diverse Therapien gelernt und ich lerne mit großer Freude immer noch weiter. 

 

Hier die Ansätze, die ich nutze:

  • manuelle Therapien, Dorn Breuss, Massage, Faszientherapie, Schröpfen bei Rücken-/Nacken-/Kopfschmerzen

  • Humanistische und integrale Psychologie, um der Ursache der Erkrankungen auf die Spur zu kommen

  • Energiearbeit /ThetaHealing, um tief an alte Wunden, Emotionen, Glaubenssätze, Traumata heranzutasten und energetische Blockaden aufzulösen

  • Entspannungstechniken, Meditation, Autogenes Training, um den Patienten Techniken an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Gesundheit von zuhause aus verbessern können

  • Schüssler Salze als ergänzende Methode, um Nährstoffmängel auszugleichen

  • Aromatherapie, um positive Emotionen zu unterstützen

 

Immer geht es darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken & dem Körper einen Impuls zu geben, sich selbst zu regenerieren.

 

Denn niemand kann dich heilen. NIEMAND. Außer du selbst. Und damit du das verstehst und in deine volle Eigenverantwortung und Kraft kommst, ist es nötig, dass du verstehst, woher deine Symptome kommen und wie du funktionierst. Das ist der wirklich ganzheitliche Ansatz: Körper, Geist und Seele zu berücksichtigen. Die Selbstheilungskraft des Körpers anzuregen, in deinem Geist nach den Ursachen für deine Erkrankung finden und anhand des Kontakts zu deiner Seele eine neue, gesunde und glückliche Ausrichtung finden.

 

Wenn du also zu einem Heilpraktiker gehst, der tickt wie ich, sei dir über folgendes bewusst:

 

DU alleine bist verantwortlich für deine Gesundheit und dein Leben. In unserem Medizinsystem ist es leider normal, dass du deine Verantwortung beim Arzt lässt. Dass dein Arzt die Verantwortung übernimmt, dir eine Pille verschreibt und du sie  schluckst. Das ist auch in einem gewissen Umfang okay und sicherlich hilfreich. Ein guter Heilpraktiker weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass nur Eigenverantwortung dich wirklich weiter bringt und hilft dir dabei, in deine volle Kraft zu kommen. 

 

(Private Krankenkassen erstatten übrigens meistens die vollen Kosten, Krankenzusatzversicherungen meist anteilig. Heilpraktiker sind meines Wissens neben Ärzten und Psychotherapeuten der einzige Berufsstand, die mit den Krankenkassen abrechnen dürfen.)

 

Ein guter Heilpraktiker lebt den Beruf als Berufung

 

Die meisten Heilpraktiker, die ich kennen gelernt habe, haben ihre Weg mit eigenen gesundheitlichen Problemen und der Suche nach Antworten begonnen. 

 

In meiner Ausbildung war ich eine der jüngsten. Ich habe mit 28 an der Heilpraktikerschule angefangen und damit den Altersdurchschnitt deutlich gesenkt. Der liegt in der Regel bei ca. 40 Jahren. Das liegt daran, dass die meisten angehenden Heilpraktiker ihren Beruf auf dem zweiten oder sogar dritten Bildungsweg erlernen.

 

Und fast alle dort, die ich kannte, haben ihren Weg in die Schule gefunden, weil sie selbst eine schwere oder chronische Erkrankung hatten. Sie hatten den Wunsch ihre Körper besser zu verstehen und dahinter zu blicken, wie Gesundheit funktioniert. Einige hatten sich auch bereits selbst von Krankheiten befreit und wollen wissen, wie genau sie das geschafft hatten.

 

Bei mir war es auch so, dass ich mich tatsächlich einfach besser verstehen wollte. Ich hatte seit meiner Kindheit sehr oft Kopfschmerzen und seit der Pubertät sehr häufig starke Migräne. Dazu kamen durch meinen damals sehr anstrengenden Job in der Bank und meinem ersten nebenberuflichen Studium ‚Internationales Management’, dass ich einige stressbedingte, psychosomatische Beschwerden entwickelt hatte. Chronische Rückenschmerzen, Verspannungen im Kiefer und Nacken, Magenbeschwerden und ganz zu schweigen von der genannten Migräne, die nur immer schlimmer wurde. Ich hatte alles versucht, hatte zig Ärzte durch, Physiotherapie hat mir auch nicht mehr geholfen und Schmerzmittel wollte ich auch nicht ständig nehmen.

 

Durch 'Zufall' habe ich eine Heilpraktikerin kennen gelernt, die mir damals sehr geholfen hat. Nach der ersten Behandlung war ich bereits für einige Tage schmerzfrei. Wie konnte das sein? Was das, was da geschehen war, so etwas wie Wunderheilung, habe ich mir das alles eingebildet oder gibt es wirklich eine Kraft in uns, die stärker ist als Krankheit und Leiden? Gedanken in dieser Art gingen mir durch den Kopf und so wollte ich selber lernen, wie Körper, Geist und Seele funktionieren.

 

Die eigene Erfahrung ist von unschätzbarem Wert

 

Ich denke, genau diese eigenen Erfahrungen sind es, die jemanden befähigen anderen Menschen zu helfen. Denn das ‚Schulwissen’ ist zwar die Basis, die jeder haben muss. Die eigene Erfahrung jedoch ist von unschätzbarem Wert. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass jemand jeden noch so winzigen Vorgang im Körper verstehen kann, jedes chemische Detail auswendig lernen kann. Wissen ohne Ende anhäufen und die Wohnzimmerwand mit (medizinischen) Abschlüssen tapezieren - und dennoch ist das Wichtigste die eigene Erfahrung. Das eigene Verständnis für den Körper und die Psyche. Sich selbst zu verstehen und mit der eigenen Erfahrung andere zu unterstützen. Genau das ist die Aufgabe eines (guten) Heilpraktikers.  

 

Ich hoffe, ich konnte dir einen Überblick geben darüber, wie der Weg innerhalb der Naturheilkunde sein kann und wie meiner war. Selbstverständlich ist das meine persönliche Meinung und muss nicht auf jeden zutreffen. 

 

Alles alles Liebe,

deine Martina

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Die Texte auf dieser Webseite dienen ausschließlich der Inspiration und Unterhaltung. Nichts, was hier zu lesen ist, ersetzt den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Bei körperlichen und psychischen Beschwerden suche bitte einen entsprechenden Fachmann auf, der dir helfen kann. Ich garantiere nicht, dass die hier vorgestellten Techniken und Inhalte deine Gesundheit unterstützen - jeder Mensch ist individuell und benötigt individuelle Beratung/Hilfestellung/Techniken. Die Inhalte sind nach besten Wissen und Gewissen erstellt und die Vollständigkeit/Richtigkeit der Inhalte wird nicht garantiert. 

 

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