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Vergebung - Wie du dich in 5 Schritten von altem Schmerz befreist

December 16, 2018

Gibt es in deinem Leben Menschen, die dir wehgetan haben und denen du gerne vergeben möchtest? Hängst du noch

schmerzhaften Situationen nach, die vielleicht schon Jahre vergangen sind und hast du den Wunsch, endlich frei zu werden von den damit verknüpften Gefühlen? Bist du bereit, einen großen Schritt in Richtung deiner Freiheit zu gehen und zu vergeben?

 

 

Was bedeutet Vergebung

 

Vergebung bedeutet, den Kampf gegen die Realität beizulegen. Es bedeutet, aus dem Schuld- und Opferdenken herauszukommen und Frieden in dir zu finden, in dem du dich von der gewesenen Situation befreist. Was geschehen ist, ist geschehen und kann nicht mehr geändert werden. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Besonders wenn dir jemand etwas angetan hat, das dich wirklich sehr tief emotional oder körperlich verletzt hat kann dir das vorkommen wie eine unüberwindbare Hürde.

 

Doch es lohnt sich, die Herausforderung ‚vergeben’ anzunehmen.

 

Denn was bringt es dir, wenn du in deinem Schmerz bleibst? Wenn du dich nach Rache und Vergeltung sehnst, wenn du in deinem Drama stecken bleibst, dann schadest du nur dir selber. Du bleibst gefangen in deinem Konstrukt aus Trauma, Schmerz, Traurigkeit und nur DU bist diejenige, die diese Gefühle in sich spürt. DU bist dann die, die körperliche Symptome entwickelt, weil dein Nervensystem nicht zu Ruhe kommt. Du durchlebst deinen Schmerz immer und immer wieder. Jeden Tag aufs Neue.

 

Wenn du dich für Vergebung öffnen kannst, forderst du die Verantwortung über deine Gefühle und dein Leben zurück. Du befreist dich aus der Macht, die der andere über dich hat und wirst so ein großes Stück freier deinen eigene Herzensweg zu gehen.

 

Was bedeutet Vergebung nicht

 

Vergebung bedeutet nicht, dass du gutheißt, was der andere getan hat. Absolut nicht. Es heißt auch nicht, dass du alles über dich ergehen lassen sollst und keine Position beziehen darfst. Es geht mehr darum, dass du dich aus dieser Situation herausnimmst und eigenverantwortlich wieder alle Zügel über dein Leben selbst in die Hand nimmst.

 

Wie alles im Leben ist auch die Vergebung ein Prozess.

 

Es gibt ganz wundervolle Vergebungs-Meditationen, die ein genialer Einstieg in Vergebungsarbeit sind. Auch das Ho’Oponopono, ein Hawaiianisches Vergebungsritual ist eine wundervoller Technik, um Vergangenes zu akzeptieren und in die Befreiung von altem Schmerz zu gehen. Doch diese Übungen und Rituale sind meist erst der Beginn der ‚richtigen’ Arbeit . Denn echte Vergebung ist ein Prozess, der Tage, Wochen, Monate, sogar Jahre dauern kann.

 

Im Folgenden möchte ich dir den Prozess des Vergebens vereinfacht darstellen. Zu diesem Artikel inspiriert hat mich ein Vortrag zum Thema von Anselm Grün. 

 

Schritt 1: Nehme deinen Schmerz ernst

 

Besonders von sehr reflektierten Menschen, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie und Spiritualität beschäftigen höre ich oft etwas wie: „Ja, er/sie hat sich mir gegenüber wirklich schlecht verhalten. Doch er/sie kann da ja nichts für. Das liegt an der schlimmen Kindheit.“ Und ja, es stimmt. Verletzte Menschen verletzen Menschen. Keiner fügt einem anderen emotionale und körperliche Schmerzen einfach so zu. Doch das ändert nichts daran, dass dieser Mensch dir wehgetan hat und der Schmerz da ist.


Deine Gefühle ernst zu nehmen ist die Basis für die Akzeptanz dessen, was geschehen ist und somit für Vergebung. So lange du deinen Schmerz verdrängst, ihn wegredest und nicht fühlen willst arbeitet er in deinem Innern gegen dich selbst. Also, erkenne an, was du fühlst. Nehme deinen Schmerz an und gestehe dir ein, dass die Situation dir weh getan hat.

 

Schritt 2: Lasse deine Wut zu

 

Wut zuzulassen ist so eine Sache in unserer Gesellschaft. Diese lebensnotwendige und in unseren Kreisen oft gefürchtete (weil unberechenbare) Energie wird in der Regel unterdrückt. Wir werden bereits als kleine Mädchen und Jungs darauf trainiert, brav zu sein und lieber die Faust in der Tasche zu machen als unserer Wut offen Ausdruck zu verleihen.

 

Doch Wut zu empfinden über eine Situation, die dir wehgetan hat ist so wichtig! Die Wut ist nämlich die Kraft, die dir dabei hilft, dich von schädlichen Menschen und Situationen zu distanzieren. Sie ist die Kraft die deinen Lebenswillen repräsentiert. Aus Wut entsteht der Mut, den du brauchst um deine Grenzen zu setzen und zu dir zu stehen. 

 

Schritt 3: Betrachte die Situation objektiv

 

Wenn du deinen Schmerz zugelassen und deine Wut gespürt hast, dann kannst du den Schritt gehen, den viele zu früh zu gehen versuchen. Du kannst die Situation objektiv mit deinem Verstand betrachten, sie analysieren und verstehen, warum und wie die Situation entstanden ist. Schau dir den Menschen an und überlege, aus welchen eigenen Verletzungen heraus er oder sie so gehandelt hat und ob Unsicherheit oder Angst dahinter stecken. Wir sind alle irgendwie verletzt worden, manche mehr, manche weniger. Und verletzte Menschen, die ihre Wunden noch nicht geheilt haben, geben ihren Schmerz unbewusst an andere weiter.  

 

Schritt 4: Versöhne dich mit dir in deinem Innern

 

Bei der Vergebung geht es darum, dass du mit DIR ins Reine kommst. Dass du dich mit dir in deinem Inneren aussöhnst. Auch wenn du jemandem vergibst, heißt das nicht, dass du diesen Menschen änderst oder die geschehene Situation umschreibst. Vergebung bedeutet, dass du dich von der Macht, die der andere durch deinen Schmerz über dich hat, IN DIR befreist. Und dass du die schmerzhaften Erfahrungen loslässt, damit sie sich in dein System integrieren können. Dass du etwas erlebt hast ändert sich nicht. Der Schmerz wird jedoch abklingen, wenn die Erfahrung in deinem System den richtigen Platz gefunden hat. Denn so lange das nicht der Fall ist, schweben die Erfahrungen und  die damit zusammenhängenden Emotionen in deinem System umher und du kannst nicht zur Ruhe kommen.

 

Schritt 5: Lerne deine Wunde zu schätzen

 

Der letzte Schritt im Vergebungsprozess ist es, dass du die erlebten Situationen, den Schmerz und alles was damit im Zusammenhang steht, als Erfahrungen wertzuschätzen lernst, die dich zu dem wundervollen Menschen gemacht haben, der du heute bist. Wir Menschen wachsen nicht, wenn immer alles leicht und einfach ist. Aus irgendeinem Grund brauchen wir schwierige schmerzhafte Erfahrungen um zu wachsen und das Licht in uns wiederzuentdecken. Wir brauchen den Schmerz, damit dieser uns auf den Heilungsweg bringt und unser Herz aufbricht. Die größten Herausforderungen im Leben beeinflussen uns am stärksten. Wir lernen uns dadurch selbst besser kennen, entwickeln neue Fähigkeiten, sehen die Welt und die Menschen in einem anderen Licht. Wenn du deine Wunden in Perlen verwandelt hast, dann hast du wirklich vergeben und dich selbst befreit. Welcher Mensch bist du durch deinen Schmerz und deine Herausforderungen geworden?

 

Alles Liebe

Deine Martina

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